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Wohnungsmieten in München klettern erneut auf historische Höchstwerte

iStock_000001775106SmallLaut dem Marktforschungsinstitut des IVD Süd e.V. steigen die Mieten speziell in München ungebremst weiter, während die Preise im Bayern-Trend insgesamt nur moderat ansteigen. Insgesamt beurteilt der IVD die Situation auf dem bayerischen Wohnungsmarkt als weiterhin angespannt. Trotz auf sehr niedrigen Niveau steigender Baugenehmigung– und Baufertigstellungszahlen bleibt das Angebot an Wohnraum insbesondere in den Groß– und Mittelstädten Bayerns weit hinter dem tatsächlichen Bedarf zurück. Dies sorgt für weiteren Druck auf die Mieten.

Die Wohnungsmieten in Bayern sind in den letzten 10 Jahren kontinuierlich gestiegen. Nach einer kurzen Verschnaufpause im Herbst 2011 setzte sich der Mietpreisanstieg weiter fort. So stiegen die Mietpreise bayernweit im Vergleich Herbst 2011 zu früher 2012 bei Mietwohnungen aus dem Bestand um +2,5 % und bei neu errichteten Wohnungen um +2,8 %.

Auch auf dem Münchner Wohnungsmarkt steigt das Mietniveau ungebrochen weiter. Historische Höchstwerte wurden im Frühjahr 2012 bei den Wohnungsmieten, für alle Baujahresklassen, seit Beginn der IVD–Marktforschung im Jahr 1969, beobachtet. Am höchsten war der Anstieg im Vergleich zum Herbst 2011 bei den neu gebauten Reihenmittelhäusern mit +4,5 % sowie den neu gebauten Wohnungen mit +3,6 %. Es folgen mit +3,1 % die Bestandswohnungen mit jeweils +3,0 % die Doppelhaushälften/Neubau und die Reihenmittelhäuser/Bestand. Bei den Doppelhaushälften/Bestand legten die Mieten im Frühjahr 2012 um +2,1 % und bei den Altbauwohnungen um +1,5 % zu.

In München werden bei Altbauwohnungen derzeit im Durchschnitt 13,90 EUR pro Quadratmeter bezahlt. Die Mieten für Wohnungen aus dem Bestand liegen bei 13,10 EUR pro Quadratmeter und für Neubauwohnungen bei 14,50 EUR pro Quadratmeter. Ein Reihenmittelhaus/Bestand zur Miete kostet im Frühjahr 2012 durchschnittlich 1.700 EUR und ein Reihenmittelhaus/Neubau 1.850 EUR. Das Mietpreisniveau für Doppelhaushälften/Bestand liegt bei durchschnittlichen 1.980 EUR und für Doppelhaushälften/Neubau bei 2.370 EUR.
Die Schere zwischen dem Real Einkommen und Wohnkosten geht’s weiter auseinander. Im Zeitraum zwischen 1995 und 2011 verzeichneten die Mieten in München einen beachtlichen Anstieg von +38,5 %. Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte liegt im untersuchten Zeitraum durchschnittlich um +32,2 % zu. Noch stärker als die Wohnungsmieten stiegen die Wohnungsmietenkosten, die so genannte „2. Miete“ Ende. So haben die Kosten für Strom und Gas seit 2005 mit +45 % die höchsten Zuwächse zu verzeichnen. Die Ausgaben für die regelmäßige Instandhaltung und Reparatur verteuerten sich innerhalb der vergangenen 7 Jahre um +25,6 %. Für Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung müssen heute entsprechend +19,6 % bzw. +9,0 % mehr ausgeben werden als noch im Jahr 2005.
Angesichts des Wohnungsmangels wird teilweise vorgeschlagen, dass Mehrfamilienhäuser nicht mehr in einzelne Eigentumswohnungen aufgeteilt werden dürfen. Der IVD Süd sieht ein solches gesetzliches Verbot kritisch, da dadurch keine neuen Wohnungen entstehen. Vielmehr ist zu befürchten, dass Eigentümer aus Angst vor einem kommenden Verbot beginnen, Mehrfamilienhäuser quasi prophylaktisch im Vorfeld einer Gesetzesänderung umzuwandeln. Insofern sind solche Diskussionen, die ausschließlich an den Symptomen ansetzen, völlig unproduktiv. Man sollte vielmehr darüber nachdenken, wo noch neuer Wohnraum geschaffen werden kann. Hierbei ist insbesondere die Landeshauptstadt München mit den verantwortlichen Gremien gefordert.

 

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© Peter Hegerich